12.2.07

Die Kreuzung



Eh ich mich versah stand ich auch schon in der Mitte einer Kreuzung. Ich schaute in vier Richtungen. Vier Richtungen warteten auf mich. Es waren nicht zwei Straßen, die sich querten. Es waren vier, die an meiner Stelle endeten. Oder begannen sie? Ich kann es nicht sagen. Ich wusste nicht, wie ich hierher gekommen war und wohin ich nun gehen sollte. Keine sah vielversprechend, oder einladend aus.
Ich stand also auf der Kreuzung. Einem Kreuz von Straßen, die hier endeten und ihren Anfang nahmen, oder fortgingen und wiederkehrten. Mich trieb nichts, mich zog nichts.
Doch ich wollte nicht stehen bleiben und nichts tun. Nur stiller Beobachter am Rand, das entsprach nicht meiner Überzeugung. Ich wollte handeln, agieren, führen und leiten, antreiben und anweisen. Zunächst mich und dann andere. Um ihnen aus der selben Situation zu helfen, in der ich mich gerade befand. Hilfe und geben, Arbeit und nehmen. Mit mir, für mich, durch uns, für das Wir. Mir gingen Parolen durch den Kopf, die niemanden hätten sitzen lassen. Es war die Zeit für Veränderung. Jetzt und hier war es Zeit nach vorn zu blicken, nach vorn zu schreiten.

Wo war doch gleich vorn? Sollte ich hier entlang und dann, ... oder vielleicht hier, da sieht der Weg besser aus, ... oder doch lieber da, ... na sie Sonne scheint doch sehr stark, vielleicht probier ich es hier.


Es war einst ein großer Stein, den jemand auf eine Kreuzung geworfen hatte. Dieser Stein stand bei Wind und Wetter bewegungslos in der Mitte der Kreuzung. Die Autos fuhren um ihn herum und bemerkten ihn nicht.
Eines Tages viel der Stein einfach um. Niemand hatte ihn berührt, niemand wusste warum. Er war einfach umgekippt. Seine Spitze zeigte in keine bestimmte Richtung.
Niemand bemerkte ihn, die Autos fuhren weiterhin um ihn herum.

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